Michael Legauer erkämpft trotz Pech Rang 2:

Michael Lengauer/Jürgen Rausch holen nach einem Reifenschaden noch Platz zwei / Erneut liefert der Lokalmatador im BRR Skoda Fabia RS Rally2 eine Spitzenleistung / Einmal mehr eine anspruchsvolle Jännerrallye mit Schnee, Eis & harter Konkurrenz.


Nach dem Sieg von Rallye-WM-Star Adrien Fourmaux im Jahre 2023 drückte der Oberösterreicher Michael Lengauer der Traditionsveranstaltung im Mühlviertel seinen Stempel auf: 2024 gewann der Lokalmatador für die meisten völlig unerwartet, dafür aber in beeindruckender Manier, 2025 wiederholte er das Kunststück gleich noch einmal – dann allerdings schon etwas weniger überraschend. Dass es in diesem Jahr einmal mehr „seine“ Rallye hätte werden können, da war sich „Lengi“ spätestens in dem Moment sicher, als kurz vor dem Start der sehnlichst erwartete Schneefall einsetzte. So erlebten zehntausende Fans und hunderte Medienvertreter auch 2026 eine „echte“ Jännerrallye mit Schnee, Eis und entsprechend schwierigen Bedingungen. Aber natürlich war die Konkurrenz auch in diesem Jahr sehr groß: neben Serienstaatsmeister Simon Wagner und dem mehrfachen Ex-Staatsmeister Hermann Neubauer waren mit Mads Östberg und Romet Jürgenson gleich zwei schnelle WM-Starter mit von der Partie.


Konkurrenz hin oder her, Michael Lengauer war auch 2026 von Beginn an im Kampf um den Sieg bei der Jännerrallye dabei. Und das, obwohl er am Start der ersten Sonderprüfung gleich einmal den Motor an seinem Skoda Fabia RS Rally2 abgewürgt hatte und auf der Sonderprüfung „Pierbach“ eine Schneestange touchierte, die seine Windschutzscheibe zerstörte, worauf er mit kaputter Scheibe auch noch die nächste, zehn Kilometer lange Sonderprüfung „Windhaag“ absolvieren musste. „Zu diesem Zeitpunkt hatten wir fast 20 Sekunden Rückstand auf Simon und ich hab‘ mir dann gesagt, dass ich am Nachmittag beziehungsweise Abend das Unmögliche versuchen werde, nämlich den Rückstand aufzuholen“, erzählt Michael Lengauer, dem auch dieses Kunststück beinahe gelang: am Ende des ersten Tages lag er nur mehr 7,4 Sekunden hinter dem Führenden Simon Wagner. „Wir wollten dann Sonntagfrüh dort weitermachen, wo wir Samstagabend aufgehört hatten, aber gleich auf der ersten Sonderprüfung, nach rund zwei Kilometern, war da ein Kanaldeckel aus Beton unter dem Schnee versteckt, den ich ganz leicht gestreift habe, worauf sich der Vorderreifen verabschiedet hat. Wir mussten die SP fertigfahren, das waren zehn Kilometer und da haben wir rund eine Minute und 20 Sekunden verloren, da war der Kampf leider vorzeitig entschieden“, schildert „Lengi“ die dramatischen Momente.
 

Aufgeben kam aber natürlich nicht in Frage, ganz im Gegenteil. Michael Lengauer/Jürgen Rausch fighteten weiter, und bezwangen dann in einem sehenswerten Duell den mit allen Wassern gewaschenen ehemaligen WM-Starter Mads Östberg, der sich den zweiten Platz vom Skoda-Piloten schnappen wollte. Doch Michael Lengauer konnte sich am Ende durchsetzen und Gesamtrang zwei, 1:10,5 Minuten hinter Simon Wagner, sichern. „Natürlich waren wir im ersten Moment ziemlich enttäuscht. Aber jetzt, mit etwas Abstand betrachtet, dürfen wir sehr zufrieden sein. Platz zwei bei der Jännerrallye ist ein riesengroßer Erfolg“, so Lokalmatador Michael Lengauer, der auch schon einen Wunsch für die „Jänner“ 2027 hat: „Da soll das Glück dann wieder auf unserer Seite sein!“


Foto: Daniel Fessl
Text: Manfred Wolf


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