Temporausch in Polen:

Am kommenden Wochenende steht mit der Rallye Polen eine der schnellsten Veranstaltungen der gesamten Rallye-Europameisterschaft (ERC) auf dem Programm. Auf den Schotterpisten rund um Mikołajki erzielen die Lenkradartisten Durchschnitts-geschwindigkeiten von über 120 km/h. Damit steht fest: Wer ganz vorne mitfahren möchte, braucht Erfahrung und einen ganz schweren Gasfuß. Für Marijan Griebel eine Herausforderung im doppelten Sinne.



Ein Klassiker lässt bitten: Die Rallye Polen, vierter Lauf der diesjährigen Europameisterschaft, ist gleich nach der weltberühmten „Monte“ die zweitälteste Rallye der Welt und wurde 1921 erstmals ausgetragen. Heute gehört sie zu den schnellsten Veranstaltungen überhaupt und die Schotter-Prüfungen vor der malerischen Kulisse der Masurischen Seenplatte begeistern Fahrer und Fans gleichermaßen.
 

Marijan Griebel lernte die Rallye Polen im Jahr 2016 kennen, damals sammelte er zusammen mit Beifahrerin Ella Kremer im kleinen Opel Adam R2 erste Kilometer. „Wir werden sehen, ob mir die damals gemachten Erfahrungen jetzt helfen werden“, meinte der Pfälzer mit Blick auf die extrem schnellen Pisten, die mit feinen Sandbelag bedeckt sind und auf denen viele Sprungkuppen lauern, über die man oft nahezu quer zur Fahrtrichtung durch die Luft segelt.
 

Viele Faktoren auf die sich Marijan Griebel und Beifahrer Pirmin Winklhofer - der nach einem längeren Studienaufenthalt im Ausland planmäßig ins Auto zurückkehrt - wie immer akribisch vorbereiten. „Auf schnellen Schotterstrecken fehlt uns im R5-Fahrzeug noch die Erfahrung. Aber wir haben beim letzten Einsatz in Lettland viel gelernt und ich gehe davon aus, dass sich die Charakteristik der Wertungsprüfungen ähneln.“ Unterstützung bekommen sie wie gewohnt vom mehrfachen österreichischen Staatsmeister Raimund Baumschlager, dessen BRR-Team für den Einsatz des Skoda Fabia R5 verantwortlich ist.
 

An Konkurrenz wird es in Polen erneut nicht mangeln. Neben den bekannt starken EM-Konkurrenten rund um Titelverteidiger Alexey Lukyanuk hat sich auch Hyundai-Werksjunior Jari Huttunen angemeldet. „Schon das Qualifying am Donnerstag ist die wichtigste Prüfung der ganzen Rallye. Wenn man dort nicht schnell genug ist, verliert man bereits die Chancen auf deine gute Platzierung. Für uns kann das nur heißen: Vollgas vom ersten Meter an“, so Marijan Griebel abschließend.
 

Kurzinfo Rallye Polen: Vierter von acht EM-Läufen (Untergrund Schotter). 871,83 Gesamtkilometer mit 15 Wertungsprüfungen über insgesamt 201,42 WP-Kilometer. Anzahl der Teilnehmer: 77. Nach einem Gastspiel in der Weltmeisterschaft findet die Rallye Polen seit 2018 wieder als EM-Lauf statt. Erste WP: Freitag (28. Juni) um 18:00 Uhr. Start letzte WP: Sonntag (30. Juni) um 13:50 Uhr.

 

Fotos: Josef Petru


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