Dominik Dinkel setzt zum Saisonauftakt erste Highlights

Beim ersten Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) war das Brose Motorsport Team Dominik Dinkel / Christina Kohl von Beginn an in der absoluten Spitze unterwegs, lag – bis im letzten Loop unerwartet früh einsetzender Regen die Platzierungen nochmals kräftig durcheinanderwirbelte – auf dem hervorragenden zweiten Gesamtrang.

Diesen hatten sie sich im absolut hochkarätigen Teilnehmerfeld der ADAC Saarland-Pfalz Rallye hart erarbeiten müssen. Insgesamt neun Fahrzeuge der Topklasse R5 waren in der Starterliste zu finden, pilotiert teils von erfahrenen Routiniers, teils von ehrgeizi-gen, jungen Heißspornen. Eine brisante Mischung also, die an der Spitze einen spekta-kulären Sekunden-Krimi entfachen sollte. Ausgetragen auf in 12 anspruchsvolle Wer-tungsprüfungen (WP) unterteilten 125,92 Bestzeitkilometern, deren Fahrbahnbelag hauptsächlich aus trockenem Asphalt bestand, dieser allerdings gespickt mit tückischen feuchten Flecken und Wasserpfützen, sowie einem Schotteranteil von 5,28 Kilometern.

Professionell, fehlerfrei und mit hohem Speed gingen der 24 Jahre junge Rossacher Kfz.-Meister Dominik Dinkel und seine Copilotin Christina Kohl (29/Tiefenbach) im Bro-se Skoda Fabia R5 die drei WP’s des Freitagabends an, beendeten diese auf Gesamtrang drei, mit einem Minimalrückstand von 3,4 Sekunden auf die führenden deutschen Vor-jahres-Rallyemeister Fabian Kreim / Frank Christian (Skoda Fabia R5).

Konstant schnell setzten Dinkel / Kohl am Samstag ihren starken Auftritt fort, der sie in der Morgenschleife über die kurzen Sprint-WPs Altenglan und Freisen-Westrich zur Königsprüfung Windpark führte, deren zweieinhalb Runden 25,58 hochselektive Kilo-meter ergaben. Dabei stets unter den besten Vier der Gesamtzeitenliste geführt, glänz-te das Brose Motorsport Rallyeteam besonders auf der längsten WP des Tages mit der zweitschnellsten Zeit, verpasste den Bestwert hauchdünn um lediglich drei Zehntelse-kunden. Dadurch konnten Dominik und Christina ihren dritten Gesamtplatz festigen, hatten sich so bis auf 0,1 Sekunden an die Zweiten, Christian Riedemann / Michael Wenzel im Peugeot 208 T16 R5, heran gezoomt.

Nach dem 30-Minuten Service in St. Wendel, der von der eingespielten BRR-Mannschaft rund um Mundl Baumschlager wie immer routiniert und kompetent abgewickelt wurde, stand am frühen Nachmittag die Wiederholung des Morgen-Loops an. Auf den beiden beginnenden Sprintprüfungen wiederholten Dominik Dinkel / Christina Kohl die Platzierungen der Erstbefahrung, konnten dabei sogar die Rückstände auf die jeweilige Bestmarke minimieren. Ihr absolutes Highlight des Tages setzten sie auf den 25,58 Windpark-Kilometern, auf denen sie in 14:57,4 als einziges Team der Saarland-Pfalz Rallye 2017 die 15-Minuten-Schallmauer unterbieten konnten, dabei 5,5 Sekun-den schneller über diese Königsprüfung flogen als Kreim / Christian und 10,4 Sekunden vor Riedemann / Wenzel die Ziellinie kreuzten. Mit dieser Top-Leistung rückten sie auf Position zwei der Gesamtwertung vor.

Während des letzten Service begannen dann erste dunkle Wolken langsam Richtung St. Wendel zu ziehen, wo die Autos für die abschließenden WPs vorbereitet wurden. Noch waren 21,95 Kilometer auf Bestzeit zu bewältigen, die Top-Fünf lagen in einem schma-len Zeitfenster von weniger als 50 Sekunden zusammen. Die erste Fahrt über die Prü-fung Bosenberg verlief für die Spitzenautos noch trocken, das Brose Motorsport Ral-lyeteam erzielte die vierte Zeit, lag weiterhin auf Gesamtrang zwei. Aber schon auf der Verbindungsetappe zum Zuschauerrundkurs im Herzen von St. Wendel begann es hef-tig zu regnen, auf der Super-Special-Strecke bildeten sich Wasserpfützen. Dies eröffne-te für Dominik Dinkel und Christina Kohl ein doppeltes Problem: Erstens passte die Be-reifung nicht, das Griplevel ging Richtung Null, zweitens war es ja erst ihre zweite Rallye mit einem drehmomentstarken R5-Auto. Bedingungen, wie sie nun herrschten, hatten sie zuvor damit noch nicht meistern müssen, konnten daher auch nicht auf Erfahrungs-werte zurückgreifen. Ein Verbremser, bei dem auch der Motor abstarb, war die Folge davon, wertvolle Zeit blieb liegen. Durch diesen Vorfall gewarnt, wurde die zweite Durchfahrt der Bosenberg-Prüfung abgeklärt absolviert ohne unwägbare Risiken einzugehen.

Unter dem Saarland-Pfalz Schlussstrich bedeutete dies für Dominik Dinkel und Christina Kohl Gesamtrang fünf, auf einen Podiumsplatz fehlten winzige 2,7 Sekunden. Die Sechsten des Overall-Rankings, die ebenfalls einen Skoda Fabia R5 bewegten, lagen schon mehr als zwei Minuten hinter dem Brose Motorsport Rallyeteam zurück. Dessen Top-Leistung beim DRM-Auftakt 2017 aus dem reinen Schlussergebnis nicht wirklich heraus zu lesen ist. Pilot Dominik Dinkel nimmt es gelassen: „Klar, ein Podiumsplatz zum Auftakt hätte uns schon gefallen. Wir nehmen uns aus St. Wendel nun halt einfach das Positive mit. Zum Beispiel die 10 Punkte, die uns auf DRM-Zwischenrang fünf gebracht haben. Vor allem aber unsere über den allergrößten Teil des Wettbewerbes gezeigte Performance, die uns auf Augenhöhe mit der deutschen Spitzenklasse fahren ließ. Dazu die im Regen mit dem Brose Skoda Fabia R5 gemachten, wertvollen neuen Erfahrungen, die uns in Zukunft sicher noch viel helfen werden. Wir kommen auf jeden Fall voll motiviert zum nächsten DRM-Lauf, auf den wir uns jetzt schon riesig freuen!“

Das ist die ADAC Hessen Rallye Vogelsberg am 07. und 08. April 2017, deren Vorjahresauflage Dominik Dinkel und Christina Kohl im KRT Skoda Fabia S2000 als Gesamtzweite beendeten. Die Strecken sollten ihnen also schon mal liegen. Das ist eine solide Basis für 2017, auch wenn sich die Leistungsdichte und die Anzahl der siegfähigen R5-Teams an der DRM-Spitze drastisch erhöht hat. Aber wie heißt es doch so schön? Konkurrenz belebt das Geschäft! In diesem will und wird das Brose Motorsport Rallyeteam Dominik Dinkel / Christina Kohl nach Kräften vorne mitmischen.


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