Das Brose Rallye Team gewinnt die Rallye Niedersachsen:

Schon mehrmals war das Brose Motorsport Rallye Team Dominik Dinkel / Christina Kohl in dieser Saison ganz dicht dran am Gesamtsieg bei einem Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM), stand bereits viermal auf einem Siegerpodest. Beim siebten von acht DRM-Läufen gelang nach fehlerfreier Fahrt unter schwierigsten Bedingungen nun der erste Gesamterfolg, mit dem sie sich in der DRM 2017 auf Platz zwei nach vorne arbeiten konnten. Damit besitzen sie bei der finalen ADAC 3-Städte-Rallye sogar noch Chancen auf den Meistertitel.


Viele dachten, dass nach den 14 Bestzeitprüfungen (WP) über insgesamt 129,32 Kilometer rund um Osterode im Harz die DRM 2017 endgültig entschieden sein würde. Doch dem war nicht so, auch wenn es anfangs danach aussah. Zwar lagen nach den 21,57 Kilometern der beiden Freitags-WPs die Titel-Favoriten Fabian Kreim / Frank Christian im Fabia R5 von Skoda Auto Deutschland vorne. Aber entscheidend absetzen konnten sie sich nicht, denn Dominik Dinkel / Christina Kohl folgten im Brose Skoda Fabia R5 nur 4,3 Sekunden zurück als Zweite. Und auch die Dritten, René Mandel mit Co-Pilot Dennis Zenz, hielten im Hyundai i20 R5 den Anschluss an das Spitzenduo.


Auch am Samstag präsentierten sich die Pisten feucht bis nass, die Bedingungen wechselten ständig. Die offenen Kurveninnenseiten ohne jegliche Begrenzung oder Barriere, die das im Fachjargon „Cutten“ genannte Schneiden ermöglichten, erhöhten die Anforderungen an die Teams zusätzlich. In der ersten Schleife über drei WPs setzte das Brose Rallye Team auf eine konservative Reifenwahl, blieb damit auf der sicheren Seite und behauptete seine zweite Position souverän. Im anschließenden Service wurden die Daten analysiert und das Setup von der erfahrenen Baumschlager Rally & Racing (BRR) Technikertruppe perfekt an die Verhältnisse angepasst. Um diese Veränderungen optimal in schnelle Zeiten umsetzen zu können, stellte auch der Pilot seine Fahrweise von aggressiv auf mehr sanft und rund um.


Das funktionierte – und wie! In der Wiederholung der Morgenschleife markierten Dominik Dinkel / Christina Kohl zwei Bestzeiten, hielten trotz eines kräftigen Querstehers in WP 5 den Abstand zum Spitzenreiter konstant, setzten sich leicht von ihren auf der dritten Position liegenden Verfolgern Mandel / Zenz ab. Während des Mittagsservice wurde der Regen für gut 15 Minuten zum Wolkenbruch. Das reichte, um speziell die engen Feldwege der nächsten Prüfungen in  Rutschbahnen zu verwandeln.



Dominik Dinkel / Christina Kohl stellten ihre persönlichen Sensoren deshalb auf die höchste Alarmstufe. Nicht zu Unrecht, denn auf der WP 9 kamen die Leader Kreim / Christian an einem Linksabzweig nach einem Bergabstück von der Fahrbahn ab, konnten nur durch die rasche Hilfe von Zuschauern aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Dieses Schicksal teilten sie unter anderen mit Emil Bergkvist, dem Junioren-Europameister von 2015, der im Laufe der 12. ADAC Rallye Niedersachsen mit seinem Peugeot 208 T16 R5 gleich zweimal von der Bahn rutschte. Der international erfahrene Schwede bezeichnete die Niedersachsen später als „eine der schwierigsten Rallyes, die ich je gefahren bin“. Ungeachtet der widrigen äußeren Umstände blieben Dominik Dinkel / Christina Kohl absolut cool, zauberten im ersten Nachmittags-Loop zwei weitere Bestzeiten auf das rutschige Geläuf und kehrten mit einem Vorsprung von 23,1 Sekunden auf Mandel / Zenz als Führende zum letzten Service nach Osterode zurück. Lediglich eine Schleife über drei Prüfungen trennte sie nun noch von ihrem möglichen ersten Gesamtsieg.


Aus den gerade erwähnten drei WPs wurden zwei. Die Rallyeleitung hatte auf die vielen Ausrutscher reagiert und das Restprogramm gekürzt. Die Prüfung Ührder Berg – die Wiederholung der WP 9 – wurde abgesagt, dazu die WP 13 von 9 auf 6,07 Kilometer verkürzt. Entschlossen ging das Brose Rallye Team diese letzten Hürden an: „Wir wollten diesen Sieg unbedingt holen“ erklärt uns Dominik. „Nicht nur für uns, sondern für das gesamte Team, das uns stets einen perfekten Brose Skoda Fabia R5 hingestellt hat. Und natürlich für unsere Sponsoren, die wie mein Förderer Michael Stoschek immer fest an uns geglaubt und uns vertraut haben. Auch oder gerade dann, wenn es einmal nicht so glücklich gelaufen ist. Das ist einfach vorbildlich, ein riesengroßes Dankeschön dafür!“ Die Final-Taktik steht fest: Höchst aufmerksam bleiben und ohne Risiken schnell sein. Also machen Dominik und Christina um alle Löcher und Rinnen einen großen Bogen, verzichten sogar aufs Cutten. Dennoch fahren sie stets die drittschnellste Zeit, büßen auf den beiden Schluss-WPs insgesamt lediglich 3,5 Sekunden auf die Bestmarken ein. „Das hat uns echt überrascht!“ staunt Dominik Dinkel.


Richtig groß gefeiert wurde der erste Gesamtsieg bei einem DRM-Lauf übrigens nicht. Denn der 24-jährige Dominik Dinkel aus dem oberfränkischen Rossach und seine Beifahrerin Christina Kohl (30), die in Tiefenbach bei Passau zuhause ist, bleiben fest auf dem Boden. „Unser Saisonziel ist nun die DRM-Vizemeisterschaft. Um diese werden wir am 20. und 21. Oktober bei der ADAC 3-Städte-Rallye kämpfen. Rechnerisch haben wir jetzt sogar noch Chancen auf den Titel. Wir werden also bei Christinas Heimveranstaltung voll angreifen und alles geben!“ Um mit besten Voraussetzungen bei der 3-Städte an den Start gehen zu können, steht als nächster Einsatz für das Brose Rallye Team am 29./30. September die Skoda Rallye Liezen auf dem Programm, die zur österreichischen Meisterschaft und zur European Rallye Tour zählt. Dort werden zusammen mit den BRR- Technikern noch einmal alle Setup-Varianten des Brose Skoda Fabia R5 getestet und für die 3-Städte verfeinert. Dominik und Christina können sich dabei mit einem internationalen Feld messen und wertvolle Erfahrungen sammeln. Die ihnen helfen werden, im DRM-Finale auf den Punkt genau topfit zu sein.



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