Angriff mit rekordmeisterlicher Hilfe:

Bei der kommenden Jännerrallye startet Gerhard Aigner mit einem Skoda Fabia R5 und der Unterstützung des BRR-Teams vom 14-fachen Champion Raimund Baumschlager / Martin Sztachovics-Tomasini ersetzt Copilot Marco Hübler



Die Spannung steigt von Tag zu Tag. Am kommenden Freitag startet mit der Jännerrallye in Freistadt die Staatsmeisterschaft 2019, und so wie alle anderen 51 Teams, die ihre Nennung dafür abgegeben haben, juckt auch Gerhard Aigner der Gasfuß schon beträchtlich. Der 43-jährige Oberösterreicher hat hierbei sein bislang bestes Resultat bei diesem Traditionsevent zu verteidigen. 2018 durfte er als Gesamtzweiter den Jubel der Fans in der Freistädter Messehalle genießen. Dass er heuer mit einem anderen Fabrikat bzw. überhaupt angreifen kann, hat der Vorchdorfer Busunternehmer „neben einigen Gönnern auch dem Entgegenkommen von Skoda Austria zu verdanken“. Und dem Einsatz seines diesmaligen Teamchefs. Dieser heißt Raimund Baumschlager, hat u. a. die Jännerrallye vier Mal gewonnen und so Aigner „ebenfalls einen Teil dazu beigetragen, dass ich mit einem Skoda Fabia R5 ein konkurrenzfähiges Fahrzeug vom BRR-Team zur Verfügung habe“. Zumindest einmal für die Jännerrallye, denn eines hat sich für den Meisterschaftsdritten der letzten Saison nicht geändert. Gerhard Aigner: „Meine finanzielle Situation hat sich trotz ständiger Suche nach Sponsoren nicht wirklich entspannt. Das heißt, dass die Saison keineswegs ausbudgetiert ist und ich mich auch heuer wohl oder übel wieder von Rallye zu Rallye weiterhanteln muss.“



Personell freilich hat sich im Cockpit sehr wohl etwas getan. Gerhard Aigners Stamm-Copilot Marco Hübler musste berufsbedingt w.o geben. „Marco ist von seinem Job bei Magna her viel unterwegs, vor allem oft in den USA, und dann hat er auch noch eine Familie, die auf ihn wartet. Das geht sich leider alles zeitlich nicht mehr aus“, bedauert Aigner den Rücktritt des verlässlichen Kärntners. „Daher war ich leider gezwungen, mich um einen neuen Copiloten umzusehen.“ Fündig wurde der Oberösterreicher im Ländle. Martin Sztachovics-Tomasini ist die neue Stimme im Auto. Der 1975 in Wien geborene Projektmanager lebt in Wolfurt in Vorarlberg und kann auf eine über 20-jährige Erfahrung als Rallye-Beifahrer verweisen. Allein fünf Jahre (2007 – 2011) dirigierte er beispielsweise Michael Böhm durch die Szene. 2018 holte er bei der Jännerrallye mit Sebastian Kletzmayer im Skoda Fabia R5 den tollen fünften Platz. Auch Willi und Lukas Stengg oder Michael Röck zählten u. a. zu seinen Rallye-Partnern.  



Für die heurige Jännerrallye erwartet Gerhard Aigner wieder ein enges Rennen. „Von den neun R5-Piloten, die am Start stehen, sind zumindest acht dazu fähig, ganz weit vorne zu landen. Ich werde mich wieder auf zwei sehr anstrengende Tage vorbereiten. Rechnen braucht man mit nix, weil die Jännerrallye einfach unberechenbar ist. Aber genau das macht halt auch ihren besonderen Reiz aus. Wenn man mit etwas rechnen kann, dann nur damit, dass es wieder eine hohe Ausfallsquote geben wird.“



Auf dieser Liste hofft Gerhard Aigner seinen Namen natürlich nicht zu finden. „Da wär mir was anderes schon lieber.“ Der frenetische Applaus der Fans bei der Siegerehrung vom Vorjahr klingt nämlich noch immer in seinen Ohren. Ein Geräusch, an das man sich gewöhnen könnte. Und das vermutlich auch für weitere Gespräche mit möglichen Sponsoren von Vorteil wäre.



Fotos: Daniel Fessl
Text: Sportpressedienst - Armin Holenia / Wolfgang Nowak                          


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